Jahrestagung des Landesverbandes Norddeutschland im DGI e.V. 2020

Erfolgsfaktoren der Implantologie im ästhetischen Bereich

Am 15.02.2020 fand in den Räumen des Norddeutschen Regatta Vereins in Hamburg die Jahrestagung des Norddeutschen Landesverbandes innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Implantologie statt. Als Referenten konnte der Landesverband PD Dr. Arnold Happe gewinnen. Das Thema war die Implantation im ästhetischen Bereich.

Als Schlüsselfaktoren für den Erfolg mit Frontzahnimplantaten nannte Dr. Happe fünf wichtige Faktoren:

  1. Korrekte dreidimensionale Position des Implantates
  2. Adäquate Knochenarchitektur und stabiles Knochenvolumen
  3. Adäquate Weichgewebsdicke und Qualität (Biologisches Siegel)
  4. Transmukosale Form, Material und Oberfläche von Abutment und Restauration
  5. Entwicklung und Erhalt der Weichgewebskontur (Emergenz)    

Die Implantatsschulter sollte drei bis vier Millimeter Abstand zum Zenit der zukünftigen Krone bzw. zum Zenit der benachbarten Zahnkrone haben. Um die Papille zu erhalten, sollte sich die Schulter des Implantates 1,5 Millimeter unterhalb des kortikalen Knochenpeaks befinden. Der Abstand des Implantates zum benachbarten Zahn sollte 1,5 Millimeter und zwischen zwei Implantaten drei Millimeter betragen.

Bei der Augmentation sei die Befestigung der Membranen besonders wichtig, wenn das Implantat außerhalb der Knochenkontur liegt, betonte Dr. Happe. Eine vertikale Augmentation erfordere mehr autologen Knochen. Als Alternative zu Knochenblocks und knochenkortikalen Schalen („Khoury-Technik") präsentierte Dr. Happe die Anwendung der „hard cortical Lamina" aus xenoplastischem Material, um die Knochenentnahme aus einem zweiten OP-Gebiet zu vermeiden.

Die in Deutschland häufig zum Einsatz kommende Sofortimplantation sollte ohne Lappenbildung (flapless) durchgeführt werden, riet der Experte. Die Implantatachse sollte leicht nach palatinal versetzt sein, um jeglichen Druck auf die ohnehin dünne Kortikalislamelle zu vermeiden. Hier empfiehle es sich, immer eine gleichzeitige Bindegewebetransplantation durchzuführen. Sollte bukkal eine Augmentation benötigt werden, müsse diese durch Taschenbildung ohne Entlastungsschnitte durchgeführt werden. Dr. Happe: „Das Gebiet wird temporär durch eine Klebebrücke versorgt."

Bei der Freilegung empfahl der Experte den Wellenschnitt (finger split technique). Der Übergang vom Implantat zur endgültigen Krone sollte so schmal wie möglich gestaltet sein (Plattform Switching) und es empfehle sich ein individuelles Abutment zu verwenden, auch um die Gefahr von Zementresten zu minimieren. „Die Hygienefähigkeit der endgültigen Versorgung spielt eine entscheidende Rolle für die Langzeitprognose und den Erhalt der Ästhetik", betonte Dr. Happe.

Das Problem Periimplantitis und dessen Risikofaktoren war ebenfalls Thema der Veranstaltung. Eine individuelle Risikoanalyse, sowie eine adäquate Patientenaufklärung seien von Beginn an wichtige Maßnahmen, um einen Erfolg zu erzielen, riet der Referent.

Der 1. Vorsitzende des Landesverbandes, Dr. Dr. Dieter Edinger, bedankte sich bei dem Referenten und den Teilnehmern für den hervorragenden Vortrag sowie die anregende Diskussion und lud zum kulinarischen Teil der Veranstaltung ein.
Die nächste Jahrestagung des Norddeutschen Landesverbandes findet am 25. Juni 2021 mit Prof. Dr. Markus Hürzeler statt

Dr. Dr. Rabih Nahas M.Sc., Bremen

 

 

 

 

 

 

 

 

ANSPRECHPARTNER


1. Vorsitzender:

Dr. Dr. Dieter Edinger
Großer Burstah 31
20457 Hamburg
Tel. +49 40 367 060
Fax +49 40 364 893

Kontakt aufnehmen