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Curriculum

 Bereits im April 1995 startete die Landeszahnärztekammer Sachsen als erste Kammer in Deutschland die Fortbildungsreihe Implantologie. Dies war einmal das Resultat des Zusammentreffens günstiger Voraussetzungen, d.h. die Inauguratoren der Fortbildungsreihe kannten und schätzten sich schon längere Zeit und waren von der Notwendigkeit überzeugt, diese Thematik den Zahnärzten in Sachsen nahe bringen zu müssen. Doch ohne den kraftvollen Einsatz des damaligen Präsidenten der Mitteldeutschen Vereinigung für Zahnärztliche Implantologie, Herrn Dr. med. habil. Wolfram Knöfler, wäre es wohl doch nicht so schnell gegangen. Aufgrund seiner eigenen langjährigen Erfahrungen und praktischen Kenntnisse sowie wissenschaftlichen Verbindungen konnte das Projekt schließlich erfolgreich aus der Taufe gehoben werden.

Tatkräftig unterstützt wurde der Aufbau der Fortbildungsreihe durch den Präsidenten der Landeszahnärztekammer Sachsen, Herrn Dr. Joachim Lüddecke, und die praktische Umsetzung erfolgte dann durch den Fortbildungsreferenten der Kammer, Doz. Dr. Dr. Helmut Faßauer wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, der Vertreter der Mitteldeutschen Vereinigung für Zahnärztliche Implantologie, der Zentren für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der beiden Hochschulen des Landes Sachsens und der Landeszahnärztekammer Sachsen angehörten. Durch diese Arbeitsgruppe wurde unter Berücksichtigung der Festlegungen der Konsensuskonferenz Implantologie und der Fachgesellschaften für Oral- und Kieferchirurgie Inhalt, Umfang und Struktur der Fortbildungsreihe bestimmt. Fortbildungsorte waren die Fortbildungsakademie der LZÄK, die Universitäten und ausgewählte Zahnarzt- und MKG-Chirurgiepraxen.

Die Reihe umfasste acht Wochenendkurse mit den Themen:

- Grundlagen der Implantologie

- Gesamtbehandlungskonzept

- Systematische Darstellung des prothetischen und chirurgischen Behandlungsablaufs

- Implantattypen in Deutschland, vergleichende Betrachtung von Indikationsbreite, operativen Aufwendungen, prothetischem und zahntechnischem Handling

- Implantatlagerverbessernde Maßnahmen/Periimplantatchirurgie der teilbezahnte Patient

- Implantologische Versorgung zahnloser Kiefer

- Instruktion, Hygienebetreuung, Recall, Komplikationen, Komplikationsbehandlung, Schäden an der Suprakonstruktion, Folgeversorgungen nach Implantatverlust, Konzepte für Versorgungen bei weiterer Gebissdestruktion, Periimplantitis, Weichgewebsmanagement

Dieses Curriculum wurde im Laufe der Jahre ständig ausgebaut und zugunsten des praktischen Anteils erweitert. Als Referenten konnten wissenschaftlich und praktisch ausgewiesene Vertreter der Hochschulen bzw. der wissenschaftlichen Gesellschaften gewonnen werden. Inzwischen haben elf Klassen mit insgesamt 248 Teilnehmern diese Fortbildungsreihe durchlaufen, und ein Ende ist praktisch noch nicht abzusehen. Die Klassen 12 und 13 sind bereits wieder ausgebucht, und es existiert eine Warteliste für weitere Anwärter. Wer von den Teilnehmern das Kammerzertifikat Implantologie erwerben möchte, muss zwei weitere praktische Operationskurse besuchen, an einer Hochschule oder in einer ausgewählten Implantologiepraxis hospitieren und unter den Augen eines Supervisors einen eigenen Fall operieren. Zum Abschlussgespräch kann er sich aber erst anmelden, wenn 15 eigene Implantologiefälle, exakt dokumentiert, der Kommission vorgelegt worden sind. Nach erfolgreicher Absolvierung dieses Abschlussgesprächs mit der Prüfungskommission erhält der Teilnehmer sein Kammerzertifikat. 

Seit einigen Jahren vergibt die Landeszahnärztekammer Sachsen auch den „Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie", der auf dem Praxisschild ausgewiesen werden kann. Dazu muss der interessierte Zahnarzt aufbauend auf dem Kammerzertifikat während einer dreijährigen implantologischen Tätigkeit mindestens 75 chirurgisch und/oder prothetisch selbst versorgte Implantologiefälle vorweisen können und dadurch die Nachhaltigkeit seiner Arbeit auf diesem Gebiet beweisen. Er ist weiterhin aufgefordert, sich auch wissenschaftlich durch Besuch von Veranstaltungen von implantologischen Fachgesellschaften fortzubilden, seinen Kenntnisstand zu erhalten und zu erweitern. Die Mitteldeutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie bietet jährlich Kongresse, Workshops und Symposien an, die dazu gut genutzt werden können.

Da Prof. Dr. Hans-Ludwig Graf auch Mitglied der Arbeitsgruppe Implantologie der LZÄK Sachsen ist, sind beste Voraussetzungen für einen weiterhin erfolgreichen, gemeinsamen Weg von MVZI und Zahnärztekammer in Sachsen gegeben. Seit 1982 ist die orale Implantologie eine wissenschaftlich anerkannte Methode. Wir Sachsen sind stolz darauf, insbesondere in Leipzig schon zu DDR-Zeiten einen Grundstein bei der Erforschung und praktischen Anwendung der Implantologie gelegt zu haben, und wir sind weiterhin stolz darauf, auch später den Anschluss nicht verpasst zu haben. Jetzt kommt es darauf an, der zahnärztlichen Kollegenschaft das Rüstzeug zur qualitätsgerechten Anwendung der Implantologie in der täglichen Praxis zu vermitteln. Die Zahnärztekammer Sachsen und die Mitteldeutsche Vereinigung für Implantologie werden dazu auch zukünftig ihre Kräfte vereinen.

Helmut Faßauer

 

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