Osteoporose

Gesunder Knochen besteht aus einer äußeren kompakten Schicht (Compacta) und einer inneren Schicht (Spongiosa), die wie ein Schwamm aussieht. Die Spongiosa ist aus vielen kleinen Knochenbälkchen aufgebaut, die sich miteinander vernetzen. Dabei bilden sich Hohlräume, in denen das Knochenmark eingebettet ist. Hier ist der Ort der Blutbildung.
 
Die Knochensubstanz wird ständig von speziellen Knochenzellen auf- und abgebaut. Die Osteoblasten bauen Knochen auf, die Osteoklasten bauen ihn ab. Beim Knochenaufbau wird Kalzium eingelagert, das dem Knochen seine Festigkeit verleiht. Vitamin D sorgt dafür, dass der Mineralstoff eingebaut wird. Doch ebenso setzt der Knochen auch wieder Kalzium frei. Die Auf- und Abbauprozesse werden durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, Vitamin D und anderen Botenstoffen reguliert. Kommt es in diesem Zusammenspiel zu Veränderungen, kann die fein austarierte Balance zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau verloren gehen. Verschiebt sich die Balance zu Gunsten des Abbaus, entsteht Osteoporose.
 
 
Bei betroffenen Patienten wird die kompakte Knochenschicht dünner.
Ebenso sinkt die Anzahl und die Größe der inneren Knochenbälkchen. Das bedeutet mehr Hohlräume und weniger Knochensubstanz.
 
Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren der Frau sowie normale Alterungsprozesse können zu einer so genannten primären Osteoporose führen. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen spielt beispielsweise bei der Regulation der Knochenbildung eine wichtige Rolle. Doch dies sind nicht die einzigen Faktoren, die zu einer Osteoporose führen können. Auch die Veranlagung, also die Genetik, beeinflusst das Erkrankungsrisiko, ebenso der Lebensstil: Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol und eine ungesunde Ernährung sind Gift für den Knochenstoffwechsel.
 
Mitunter ist eine Osteoporose eine Folge von anderen Erkrankungen oder Medikamenten. In diesen Fällen sprechen Ärzte von einer sekundären Osteoporose.
Ist beispielsweise die Aufnahme des Knochenbausteins Kalzium gestört, verliert der Knochen an Festigkeit. Auch Medikamente, beispielsweise Glukokortikoide, beeinflussen den Knochen-stoffwechsel und können zu einer Osteoporose führen.