Eine ebenso steile wie unbewiesene Meinung, als Fachwissen deklariert, geistert schon längere Zeit durch die „sozialen Medien“ und durch entsprechend empfängliche Elternkreise: Fluorid mache dumm, lautet diese Meinung. Vielleicht kann die aktuelle Langzeitstudie einer US-Wissenschaftlergruppe hier etwas Bewegung in die Debatte bringen? Anlass war die Frage, ob Trinkwasser fluoridiert werden solle oder nicht. Unabhängig von der Frage, wie man grundsätzlich zu einer „Behandlung“ von Trinkwasser steht, geht es darum, dass der natürliche Fluoridgehalt im Trinkwasser in den verschiedenen Regionen der USA und der Welt sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Und dass andere Studien zeigen, dass Kinder und Erwachsene in Regionen mit eher etwas höherem Anteil an natürlichem Fluorid die mit Abstand gesünderen Zähne haben. Was die Wissenschaftlergruppe von den bisherigen „Studien“ zum Thema hält, hat sie mit „nicht repräsentativ, nicht vergleichbar, nicht relevant“ ziemlich klar gemacht –zumal die untersuchten Kinder-Gruppen in eher sehr armen, ländlichen Bevölkerungsgruppen in Mexiko, China oder Indien lebten. Die aktuelle Studie basiert auf Daten von über 58.000 US-Jugendlichen aus 1980, über 25.000 wurden in den Folgejahren mehrfach befragt, die meisten Teilnehmer waren im Abschlussbefragungsjahr 2020 schon über 60 Jahre alt. Das Ergebnis in Kurzform: Junge Menschen, die mit empfohlenen Fluorid-Mengen im Trinkwasser groß wurden, hatten deutlich bessere kognitive Fähigkeiten im Wortschatz- und Lese-Vermögen sowie in mathematischen Fähigkeiten. Bilanz der Forscher: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Trinkwasserfluoridierung Vorteile für die kognitive Entwicklung von Jugendlichen hat und schlimmstenfalls nicht schädlich fürs weitere Leben ist.“
- 15. Januar 2026
