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Bild: iStock/ FamVeld

Stillen: Ja, aber wie lang?

Stillen ist ein schwieriges Thema in der Bevölkerung, weil es begleitet wird durch viele Mythen und Glaubensrichtungen und durch unterschiedliche Emotionen. Das zeigt aber auch, dass der Bevölkerung das Stillen sehr wichtig ist und sie dieses stark unterstützt. Insofern ist es nicht ganz unheikel, wenn sich die zahnmedizinische Wissenschaft mit klarer Datenlage befasst: Fakten sind in manchen Kreisen kein zu respektierendes Kriterium. Dennoch ist solche Forschung stark zu unterstützen, weil sie eine handfeste Daten-Alternative zu Meinungen bietet. Eine solche Arbeit zum Thema Stillen haben gerade brasilianische Forscher vorgelegt. Hier stand insbesondere die Dauer der Muttermilch-Gabe im Fokus. UNICEF, WHO und viele Wissenschaftliche Einrichtungen empfehlen für das erste halbe Lebensjahr des Kindes Ernährung ausschließlich durch Stillen, danach mindestens 24 Monate einen Mix aus Stillen und zunehmend integrierter altersgerechter Ergänzungsnahrung. Dabei ist zu bedenken, dass diese Empfehlungen für unterentwickelte Länder mit begrenzten Zugangsmöglichkeiten zu Ernährung eine andere Gewichtung haben als für Länder mit einer Vielzahl altersgerechter Nahrungsangebote. Die brasilianischen Forscher wollten vor allem wissen, welche Folgen die lange Muttermilchernährung für die Milchzahngesundheit hat: Muttermilch ist deutlich zuckerhaltiger als Alternativ-Ernährung. Einbezogen in die Studien wurden acht große Datenbanken. Die Ergebnisse raten zu neuen Aufklärungsmaßnahmen und kritischer Haltung gegenüber den Empfehlungen von UNICEF und WHO zumindest für unsere Region: Das Risiko, eine frühkindliche Karies (ECC / Early Childhood Caries) zu entwickeln, so das Studienergebnis, war bei den gestillten Kindern dreimal höher als bei den anderweitig ernährten.

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