Der Besuch des DGI-Kongresses hatte für Dr. Gregor Jahnke in diesem Jahr einen ganz besonderen Grund. Mit über 5.000 gesetzten Implantaten, darunter zahlreiche komplexe Fälle, hat sich das langjährige DGI-Mitglied für die Expertenprüfung der DGI qualifiziert. Mit einer sorgfältig ausgearbeiteten Fallpräsentation macht sich der Zahnarzt aus Mechernich am Donnerstag vor dem offiziellen Kongressbeginn auf den Weg nach Berlin.
Wie in jedem Jahr finden am Tag vor dem Beginn des Kongresses die Prüfungen der Curriculumsabsolventen sowie die Experten- und Spezialistenprüfungen der DGI statt.
Seit 1998 sorgt die Gesellschaft mit dem Curriculum Implantologie für Qualität und Struktur in der Fortbildung junger Kolleginnen und Kollegen. Die besondere Mischung aus wissenschaftlich fundierter und zugleich praxisnaher Wissensvermittlung zieht jährlich rund 150 bis 200 Teilnehmende an.
Sicher gibt es einfachere Wege, einen Abschluss zu erlangen. Doch wer sich für das DGI-Curriculum entscheidet, weiß, was er will und stellt hohe Ansprüche an sich selbst. Jedes der acht Module findet an einem anderen Ort in Deutschland statt. Dieses Konzept erlaubt nicht nur den fachlichen Austausch mit Lehrern aus Praxen und Hochschulen, sondern auch den Aufbau eines wertvollen Netzwerks. Dazu gehört eine Vielfalt an Lehrmeinungen und Konzepten innerhalb der, meist durch DGI-Leitlinien definierten, Handlungskorridore. Mit seiner Breite, seiner Struktur und der Abschlussprüfung auf dem Kongress setzt das DGI-Curriculum den Goldstandard der implantologischen Erstqualifizierung.
Wer den Sprung von der Theorie zur Praxis geschafft hat, vom ersten selbst gesetzten Implantat bis zur dokumentierten Fallpräsentation, stellt sich abschließend zwei Gutachtern. In diesem Jahr haben 107 Kolleginnen und Kollegen die Qualifizierung zum „Zertifizierten Implantologen (DGI)“ erfolgreich abgeschlossen.
Das Curriculum, eine Voraussetzung für die Expertenprüfung, liegt bei Dr. Jahnke schon einige Jahre zurück. Eigentlich hätte er es nicht nötig, sich und seinen Patienten seine Kompetenz mit einem weiteren Zertifikat im Wartezimmer zu beweisen. Seine Familienpraxis in dritter Generation genießt seit 1936 das Vertrauen der Menschen. Doch nach drei Jahrzehnten als Zahnarzt wollte er sich persönlich noch einmal weiterentwickeln.
Nach erfolgreicher Fallpräsentation und Prüfung ist Dr. Jahnke die Freude anzusehen: „Ich stehe hier als stolzer DGI-Experte für Implantologie und bin glücklich, dass die Prüfung in einer so angenehmen und wertschätzenden Atmosphäre abgelaufen ist“, erzählt er am Stand der DGI. „Ich kann jedem nur empfehlen, das ebenfalls zu machen.“
Für ihn persönlich ist mit dem Experten-Titel Schluss. „Die Prüfung zum DGI-Spezialisten überlasse ich gerne anderen Kolleginnen und Kollegen“, sagt Jahnke mit einem Lächeln. „Ich kümmere mich voll und ganz um meine Patienten.“
Was er damit meint, wird deutlich, wenn man einen Blick auf die neuen DGI-Spezialisten für Implantologie wirft. In diesem Jahr haben neun Zahnärztinnen und Zahnärzte diese Qualifizierung der DGI erworben. Sie alle verbindet eine hohe Zahl komplexer, interdisziplinärer Fälle und der Anspruch, das Fachgebiet durch wissenschaftliche Arbeit und Wissensvermittlung weiterzuentwickeln.
Prof. Arndt Happe aus Münster, der seine Spezialistenprüfung bereits im vergangenen Jahr abgelegt hat, weiß, welche Bedeutung dieser Schritt hat. „Nicht jedem steht der Weg offen, wissenschaftlich zu publizieren“, erklärt er. „Aber für diejenigen, die das tun und akademisch arbeiten, ist das eine großartige Anerkennung.“ Er freut sich, dass die DGI die Qualifizierungen möglich gemacht hat.
Diese Vielfalt von Qualifikationen zeigt, was die DGI ausmacht: Engagement, Qualität und die Unterstützung einer jeweils passenden individuellen Weiterentwicklung ihrer Mitglieder.

