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Relevanz der Vitamin D-Bestimmung und -Supplementierung auf die Implantatprognose und Augmentationschirurgie

Stand dieser S3-Leitlinie: August 2025. Gültig bis: August 2030.

Über diese Leitlinie

Ein Vitamin-D-Mangel kann den Erfolg implantologischer und augmentativer Eingriffe negativ beeinflussen, rechtfertigt jedoch nach aktueller Studienlage keine routinemäßige, ungezielte Bestimmung oder Supplementierung bei Patientinnen und Patienten, die sich einer solchen Therapie unterziehen. Das ist die zentrale Botschaft dieser ersten deutschsprachige S3-Leitlinie zum Thema Vitamin-D-Bestimmung und Supplementierung in der dentalen Implantologie.

Die systematische Auswertung aktueller wissenschaftlicher Studien weist darauf hin, dass ein Vitamin D-Mangel den Erfolg implantologischer und augmentativer Eingriffe negativ beeinflussen könnte. Insbesondere werden ein verzögerter Knochenaufbau, eine reduzierte Stabilität von Implantaten sowie eine erhöhte Neigung zu periimplantären Infektionen beobachtet. Dennoch ergibt die aktuelle Evidenzlage keine klare Indikation für eine routinemäßige, ungezielte Vitamin D-Bestimmung oder -Supplementierung vor oder nach entsprechenden Operationen.

Stattdessen können Ärzte und Zahnärzte individuell bei anamnestisch vermutetem oder bereits diagnostiziertem Vitamin D-Mangel eine gezielte Vitamin D-Bestimmung und, bei Bedarf, eine Supplementierung erwägen. Insbesondere bei unklaren Fällen von Implantat-Frühverlusten oder periimplantären Infektionen kann die Untersuchung des Vitamin D-Spiegels hilfreich sein. Eine adäquate Supplementierung könnte bei niedrigem Vitamin D-Spiegel präoperativ auch dazu beitragen, postoperative Entzündungen und Schwellungen zu reduzieren.

Aufgrund der uneinheitlichen und häufig methodisch eingeschränkten Studienlage sind weitere, qualitativ hochwertige Studien erforderlich. Diese sollten insbesondere den Einfluss der Dauer eines bestehenden Vitamin D-Mangels, die Bedeutung erheblicher Schwankungen des Vitamin D-Spiegels und potenzieller Überdosierungen auf den Kieferknochenstoffwechsel näher untersuchen. Zahnärztinnen und Zahnärzte sollten diese Erkenntnisse im Rahmen einer patientenindividuellen Empfehlung und Risikoabschätzung berücksichtigen, um die langfristige Stabilität und Gesundheit von dentalen Implantaten und augmentativen Maßnahmen bestmöglich zu unterstützen.

KOORDINATION DER LEITLINIE

Prof. Dr. Dr. med.

Knut A.

Grötz

Wiesbaden

AUTOR DER LEITLINIE

Dr.

Moritz

Schlenz

HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden GmbH, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Wiesbaden

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