Zu den Körperbereichen, deren krankhafte Entwicklung mit Parodontitis in Verbindung stehen könnten, gehört auch das Gehirn. Anhand von Daten einer Langzeit-Studie mit fast 16.000 Teilnehmern aus verschiedenen Gebieten in den USA hat eine interdisziplinäre US-Wissenschaftlergruppe nach entsprechenden Zusammenhängen geforscht. Ihre Fragestellung: Kann die Behandlung einer bestehenden Zahnbettinfektion die Entwicklung von Erkrankungen im Gehirn verhindern? Im Vergleich von Patienten mit und ohne Parodontitis zeigten diejenigen mit Zahnbettinfektion deutlich mehr Anzeichen für Entzündungen, Durchblutungsstörungen und Abbauprozesse von Gehirnbereichen. Und obwohl die Parodontitis keine direkte Rolle bei Erkrankungen der kleinen Hirngefäße (zerebrale Mikroangiopathie) spielt, ist es doch ihr systemischer Effekt: Im Fall einer Zahnbettentzündungen gelangen Entzündungskeime über die Blutbahn in den gesamten Körper – und auch durch die Bluthirnschranke in das Gehirn. Wenn die kleinen Blutgefäße im Gehirn infiziert werden, entwickelt sich eine Verdickung, Verengung und Verhärtung der Gefäßwände, dadurch kann sich eine Demenz entwickeln. Eine Wiederherstellung der Mundgesundheit durch eine Parodontitis-Therapie sorgt daher auch für eine Vorbeugung von Gehirn-Gefäßerkrankungen.
- 8. Januar 2026
