Über den Tellerrand schauen, Zusammenhänge erkennen, voneinander lernen: So präsentierte sich die Implantologie als Querschnittfach auf der 4. Gemeinschaftstagung in Berlin.
Die Implantologie ist schon seit langem mehr als nur die Osseointegration von Schrauben und die Versorgung mit Suprakonstruktionen. Mit diesen Worten eröffnet Dr. Christian Hammächer den 39. DGI-Kongress am Freitag den 31.10.2025 in Berlin. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Eik Schiegnitz, dem zweiten Kongresspräsidenten, gibt er die Richtung, hin zu einer ganzheitlichen Sicht auf die Patientinnen und Patienten vor.
„An jedem Implantat hängt ein ganzer Mensch“, betont Schiegnitz. „Wir müssen in unseren Therapien die Individualität, die Wünsche und die Vorerkrankungen jedes Einzelnen berücksichtigen.“ Dafür brauche es zunächst die „Hubschrauberperspektive“ – den Blick von oben –, um das große Ganze zu erfassen, bevor man gezielt in den einzelnen Fall hineinzoomt. Genau diese Perspektive bot der DGI-Kongress durch seine diesjährige Einbettung in den 4. Gemeinschaftskongress der zahnmedizinischen Fachgesellschaften.
Mit Kongress-App in der einen Hand und Programmheft in der anderen stellten sich die Teilnehmenden der Herausforderung, ihren persönlichen Rundflug durch die Welt der Zahnmedizin, bestehend aus mehr als 30 Fachgesellschaften, zu planen. Bei bis zu 13 parallel laufenden Sessions und Workshops war das keine leichte Aufgabe. Die Möglichkeit, viele Vorträge aus dem Hauptplenum, den Falldiskussionen und dem DGI-Auditorium später online in der DGI e.Academy abzurufen, sorgte jedoch für Entlastung – und gut gefüllte Räume, bei den anderen Fachgesellschaften.
Im DGI-Auditorium waren die Reihen zeitweise voll besetzt. Manche Zuhörerinnen und Zuhörer nahmen kurzerhand auf den Treppen Platz – ein sichtbares Zeichen für das große Interesse an der Implantologie und die Attraktivität des Programms.
Mit den wichtigsten Neuigkeiten aus den Bereichen der knöchernen und weichgeweblichen Augmentation, der Parodontologie und der Prothetik machten die Kongresspräsidenten deutlich: Die Implantologie ist längst zu einem Querschnittsfach der modernen Zahnmedizin geworden.
Unterstützt wurden Sie von höchst erfahrenen Session-Moderatoren. Am ersten Kongresstag halfen Hendrik Terheyden, Gerhardt Iglhaut, Henrik Dommisch und Stefan Wolfart dem Publikum, die Bedeutung der Vorträge der nicht minder renommierten Referentinnen und Referenten einzuordnen und in den gemeinsamen Podiumsdiskussionen zu vertiefen.
Am letzten Kongresstag stieg die „Flughöhe“ noch einmal an. Themen wie Digital Dentistry, Künstliche Intelligenz, Komplikationsmanagement und die Bedeutung des zahnärztlichen Teams eröffneten neue Horizonte. Florian Beuer, Frank Schwarz, Marco Kesting und Anette Strunz führten souverän durch diese Sitzungen – und gewährten vielleicht sogar einen weiteren Blick, als man es von klassischen DGI-Kongressen gewohnt ist.
Die Zuschauer hat es gefreut, insbesondere jene, die bereits Freitag den interdisziplinären Falldiskussionen im DGZMK Plenum gefolgt waren.
Dieses besondere Format für eine Falldiskussion, jeweils bestehend aus der Schilderung der Ausgangsituation und der anschließenden Betrachtung von fünf Aspekten der Behandlung, durch unterschiedliche Disziplinen, sieht man so wohl nur auf einem Gemeinschaftskongress (Aufzeichnung in der e.Academy). Entsprechend formulierte Prof. Wiltfang (Pastpräsident der DGZMK) auf der Pressekonferenz zum Kongress, dass ein Ziel der Tagung sei: „Zusammenhänge zwischen oraler und systemischer Gesundheit besser zu verstehen, Synergien zwischen den Disziplinen zu nutzen und Patientinnen und Patienten ganzheitlich zu versorgen.“
Beim Pressefrühstück der DGI wurde Prof. Dr. Stefan Wolfart (Fortbildungsreferent der DGI) noch konkreter. „Mit meiner Spezialisierung im Bereich der Prothetik liegt es in der Natur der Sache, dass ich nicht in allen Disziplinen der Zahnmedizin stets auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sein kann. Gerade deshalb stand das Format gemeinsamer Falldiskussionen mit Spezialistinnen und Spezialisten aus verschiedenen zahnmedizinischen Fachgebieten für mich im Zentrum dieser Tagung.“ Der interdisziplinäre Austausch über komplexe Fälle habe dem Publikum die Augen geöffnet und eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich eine klinische Situation betrachtet werden könne – und wie viele Aspekte bedacht werden müssten, bevor eine moderne, wissenschaftlich fundierte Therapie eingeleitet würde. „Diese Falldiskussionen waren für mich echte Eye-Opener!“, fasst es Wolfart zusammen.
Beim Pressefrühstück der DGI wurde Prof. Dr. Stefan Wolfart (Fortbildungsreferent der DGI) noch konkreter. „Mit meiner Spezialisierung im Bereich der Prothetik liegt es in der Natur der Sache, dass ich nicht in allen Disziplinen der Zahnmedizin stets auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sein kann. Gerade deshalb stand das Format gemeinsamer Falldiskussionen mit Spezialistinnen und Spezialisten aus verschiedenen zahnmedizinischen Fachgebieten für mich im Zentrum dieser Tagung.“ Der interdisziplinäre Austausch über komplexe Fälle habe dem Publikum die Augen geöffnet und eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich eine klinische Situation betrachtet werden könne – und wie viele Aspekte bedacht werden müssten, bevor eine moderne, wissenschaftlich fundierte Therapie eingeleitet würde. „Diese Falldiskussionen waren für mich echte Eye-Opener!“, fasst es Wolfart zusammen.
In Berlin zeigte sich deutlich, dass die Zukunft der Implantologie im Dialog zwischen Erfahrung, Forschung und Nachwuchs liegt. Die beiden Kongresspräsidenten des 40. DGI-Kongresses im nächsten Jahr, Dr. Leoni Spilker und Dr. Philip Keeve, gehen daher mit einem guten Gefühl nach Hause. Es hat sich eindrucksvoll gezeigt, dass die beiden mit ihrem Leitgedanken, „Erfahrung trifft Innovation“ genau richtig liegen.
Feiern mit Weitblick
Keinen Hubschrauber für den Blick von oben brauchten die Gäste der Kongresseröffnungsparty der DGI: Rund 300 Teilnehmende feierten auf dem Dach der Neukölln Arkaden.
Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass die Partys der DGI etwas Besonderes sind – entsprechend überwältigend war die Nachfrage nach Last-Minute-Tickets.
Bei Musik, kulinarischen Highlights und Berliner Skyline bot sich die Gelegenheit, alte Kolleginnen und Kollegen wiederzutreffen und neue Kontakte zu knüpfen – ein gelungener Start in ein inspirierendes Kongresswochenende.
