Das Jahr 1812 war einschneidend für die Entwicklung der Länder auf unserem Kontinent – und nicht ohne Grund gibt es ein dramatisches Musikwerk gleichen Titels des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Napoleon war mit fast 600.000 Soldaten aus unterschiedlichen Ländern auf dem Weg nach Russland, um das Land zu erobern. Er hat es nur bis Moskau geschafft – aber ohne größere Siege. Zum Jahresende erfolgte der Rückzug, mehr als die Hälfte der napoleonischen Armee überlebte Hunger, Kälte und Krankheiten nicht. Was für Krankheiten waren das eigentlich, die die Soldaten neben den äußeren Umständen das Leben kostete? Eine Biologie-Wissenschaftlergruppe untersuchte das Erbgut aus dem Inneren der Zahnwurzeln geborgener napoleonischer Kämpfer und fand vor allem zwei Erreger, die die Vermutung der damaligen Ärzte untermauerten: eine Salmonellen-Unterart, die für Paratyphus verantwortlich ist, und eine Borrelien-Gruppe, die sogenanntes Rückfallfieber auslöst: Das Fieber kommt und geht, kommt und geht. Für die durch die Umstände und Durchfall bereits geschwächten Soldaten war das tödlich. Die aktuelle Studie an Zahnmaterial hat damit belegt, welche große Rolle Infektionskrankheiten für die damalige Kriegsführung spielten – und wie sie letztlich die politische Weltordnung beeinflusst haben.
- 3. Februar 2026
