Für offensichtlich ziemlich viele Menschen gehören die Milch-Alternativen aus Hafer, Mandeln oder Soja fest zum Alltag – wäre dem nicht so, würden sie nicht in großer Anzahl auf Augenhöhe neben den Milch-Kartons stehen. Was aber bedeuten diese noch relativ jungen Alternativen für die Mundgesundheit? Das wollten Schweizer Wissenschaftler nun doch einmal genauer wissen und gingen mit den Getränkeproben ins Labor. Was bewirken sie beim oralen Biofilm, also der Gemeinschaft der unterschiedlichen Keime, die – solange sie untereinander ausgewogen sind – den Mund gesund erhalten? Insbesondere die zwei häufigsten Bakterienfamilien, die für Karies sorgen (Streptococcus mutans) bzw. für Zahnfleisch- und Zahnbettinfektionen (Porphyromonas gingivalis), standen dabei im Blick. Im Ergebnis konnte das Mandelgetränk die Karies-verursachenden Keime insgesamt etwas reduzieren – andererseits verringerten Sojadrink und Kuhmilch deren „metabolische Aktivität“: Es sind letztlich die Stoffwechselprodukte der Bakterien, die den Zahnschmelz angreifen. Reduzierte metabolische Aktivität bedeutet: Verringerung der Stoffwechsel-Säuren-Belastung und damit Schädigung des Zahnschmelzes. Beim Blick auf Zahnfleisch und Zahnbett zeigte sich, dass insbesondere Kuhmilch und Hafergetränk den aggressiven Biofilm kleiner werden ließen. Der Mandeldrink konnte die Aggressivität der Gingivalis-Bakterien sogar fast vollständig stoppen. Allerdings: Mandeldrink & Co sind nicht als Mundgesundheitsretter bestätigt – das waren alles Labor-Situationen, und es wurde auch nur die Wirkung auf gezielt ausgesuchte Keime geprüft. Aber aufgrund der Ergebnisse wird vermutlich weiter geforscht, denn wenn sich Milch plus Pflanzen-Alternativ-Drinks förderlich für die Mundgesundheit erweisen sollten, wäre das sicher ein weiterer Schritt voran beim gesunden Biofilm-Management. Zahnbürste und Zahnpasta ersetzen können aber auch sie nicht, selbst wenn ihre Wirksamkeit belegt werden sollte.
Mundschutz: richtig reinigen
Von australischen Wissenschaftlern geprüft wurde die erreichte Sauberkeit nach typischer Reinigung von Kinder-Sportmundschutz: Ist er wirklich sauber? Vermutlich lassen sich die Ergebnisse der Untersuchung auch auf die Hygiene von weiteren „Zahnschienen“, beispielsweise Anti-Knirsch-Schienen, übertragen. Nach Gebrauch schnell mal unter den Wasserhahn halten, wie es viele Mundschutzschienen-Nutzer machen, ist jedenfalls bei weitem nicht ausreichend. Beim Test im Labor wurden nach der Nutzung rund 38 Bakteriengruppen auf dem Sportmundschutz gefunden, manche aus der Umwelt, manche aus dem Mund: je öfter getragen und je rauer die Oberfläche der Schutz-Schienen, desto größer die Bakterienanlagerung. Einfach abspülen entfernte nur rund zwei Drittel aller Bakterien. Spezielle Reinigungs-Mundspüllösungen schafften noch ein paar mehr – am erfolgreichsten aber waren: Zahnbürste und Zahnpasta. Die Wissenschaftler empfehlen erstens, auf Mundschutz beim Sport nicht zu verzichten. Er schützt kraftvoll vor Kiefer- und Zahn-Verletzungen. Zweitens: den Mundschutz gleich nach Gebrauch mit Zahnbürste und Zahnpasta reinigen, ihn gut abtrocknen oder trocknen lassen – und dann erst in einer sauberen Box aufbewahren, die über Luftzufuhr verfügen sollte. Was die Studie auch gezeigt hat: Je rauer die Oberfläche des Sportmundschutzes, je mehr Risse oder Oberflächenschäden die Schutzschiene hat, desto leichter haften Bakterien an und könnten zu einem Gesundheitsrisiko werden. Sportmundschutz solle demnach öfter daraufhin überprüft werden, ob er noch intakt ist.
Mundkrebs-Diagnostik: Bürstenabstrich überholt?
Zwar nicht in jedem Fall „überholt“ ist der sogenannte Bürsten-Abstrich der Mundschleimhaut: Dabei wird Gewebe mitgenommen, das beispielsweise auf Krebsbelastung untersucht wird. Dieser „Klassiker“ der Mundgewebe-Untersuchung sei aber heute nicht mehr der Weg der Wahl: So hat es eine aktuell erneuerte wissenschaftliche US-amerikanische Leitlinie formuliert. Aussagekräftiger sei eine Biopsie, also die Entnahme eines winzigen Stückes Gewebe. Moderne und weiterentwickelte Technik ermögliche klarere Ergebnisse. Aber nicht nur um die Technik ging es dem Wissenschaftler-Team: Die Anamnese müsse intensiviert und regelmäßige die Mundgesundheitssituation bei Erwachsenen überprüft werden mit Blick auf Risikofaktoren wie Alkohol und verschiedene Formen des Rauchens. Dabei sollte auf der Mundschleimhaut und im Bereich unter der Zunge nachgeschaut werden, ob sich Gewebe verändert hat, desgleichen im Rachen, im Bereich der Lippen und ohnehin rund um den Mund, auch von außen. Dies sei unabdingbar, um frühzeitig unerwünschte Gewebeveränderungen zu erkennen und bei Bedarf behandeln zu können. Nicht sinnvoll sei der bisherige Bürsten-Abstrich auch insofern, als er nicht selten zu falsch-positiven Ergebnissen führte. Dennoch sei dieses Verfahren immer noch besser als gar keine Gewebe-Kontrolle, wenn Patienten eine Biopsie ablehnen oder diese aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll oder möglich ist. Insgesamt sei es nicht weiterführend, wenn keine Symptome erkennbar sind bei der erweiterten Anamnese, einen Abstrich oder eine Gewebe-Entnahme vorzunehmen. Hier müsse die Beobachtung intensiviert und dann spezifisch das weitere Vorgehen entschieden werden. Aktuell wird auch die deutsche Leitlinie zu diesem Aspekt der Oralmedizin derzeit aktualisiert und steht dann den Praxen zur Verfügung.
Atemstörungen: Mund- und Wachstums-Probleme
Durch den Mund gelangt nicht nur Nahrung in den Körper, sondern auch Luft. Dass auf das Thema Atmen mit Blick auf die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde intensiver als bisher geblickt werden muss, machte kürzlich ein Fachartikel in einer zahnärztlichen Zeitung deutlich. Was schon länger im Blick ist: die Mundatmung, verursacht durch Atmungsprobleme durch die Nase und Fehlstellungen von Zähnen und der Kiefer. Auch im Zusammenhang mit Schnarchen ist das Thema „Mund und Atmung“ schon einige Zeit Alltag in Wissenschaft und Zahnarztpraxen – mittlerweile gibt es auch spezialisierte Praxen für zahnärztliche Schlaf-Medizin. Weniger, und wie Wissenschaftler es formulieren: zu wenig werde heute im Praxisalltag auf den Einfluss der Atmung auf die Mundgesundheit selbst geachtet. Ein nicht ausreichend oder im Gegenteil dauer-belüfteter Mund hat eine höhere Anfälligkeit für Karies, die Situation belastet zudem das Zahnfleisch und das Zahnbett. Bei Mundatmung verändert die Zunge oft ihre natürliche Lage und beeinflusst, als starker Muskel, vor allem in der Kindheit durch entsprechende Fehlsteuerung das Wachstum des Gesichts, sie kann eine erschwerte Nasenatmung noch verschlimmern. Aus diesem vielfältig miteinander verbundenen ungesunden Zustand kann oft nur interdisziplinäres Eingreifen von Zahnärzten, Kieferorthopäden, Logopäden, Hals-Nasen-Ohrenärzten und bei Bedarf weiteren Disziplinen heraushelfen. Bei der zahnärztlichen Anamnese solle, so die Autoren des Beitrages in der Fach-Zeitung, ein größeres Gewicht auf die Atem-Situation gelegt und bei Bedarf entsprechend und frühzeitig gehandelt werden.
Zucker: Entzündungs-Risiko
Eine sorgfältige Mundhygiene ist der wichtigste Faktor für einen gesunden Mund: Das war und das ist der Kernsatz der präventiven Zahnmedizin. Allerdings schließt das aus, dass eine perfekte Mundpflege auch eine feste Garantie für Mundgesundheit ist: Insbesondere Zucker kann über viele andere Wege auch zu Störungen an Zähnen und Zahnfleisch führen. Deshalb machte die wissenschaftliche Dachgesellschaft der deutschen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde DGZMK kürzlich deutlich, dass auch die Zahnärzte Prävention „breiter denken“ müssen. Zuviel Zucker in der Nahrung könne überall im Körper Entzündungen auslösen, auch beispielsweise am Zahnfleisch im Mund. Zucker stehe mit großen Volkskrankheiten in enger Verbindung, mit Typ-2-Diabetes, Adipositas und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ernährung sei ein wesentlicher Faktor, um diese Erkrankungen zu vermeiden, zu reduzieren oder stabil in den Griff zu bekommen. Studien hätten belegt, dass dauerhaft hohe Zuckernutzung trotz sehr guter Mundhygiene zu Zahnfleisch-Blutungen und –Entzündungen geführt hatte, und andersherum eine aktuelle Meta-Analyse (Auswertung einer Vielzahl relevanter Studien), dass eine Reduktion von Haushaltszucker eindeutig weniger Zahnfleischbluten mit sich brachte. Hintergrund ist, dass Zucker im Körper über den Blutzucker Entzündungen auslösen kann bzw. vorhandene Entzündungen und Störungen verstärkt: Zucker ist ein Verbindungsglied zwischen Karies und Parodontitis im Mund und schweren Allgemeinerkrankungen im Körper. Man könne daher kariesfreie Zähne haben und dennoch zucker-ausgelöste Entzündungen an Zahnfleisch und Zahnbett. Die wissenschaftliche Dachgesellschaft fordert daher mehr Sensibilisierung für übermäßigen Zuckerkonsum.
Spitzensport: Zähne zeigen Essstörungen
Nicht nur bei Models, beim Film und auf der Bühne spielt oft ein gesunder, schlanker, fitter Körper eine große Rolle: auch im Spitzensport steht er tagtäglich im kritischen Blick. Wenig verwunderlich ist daher, dass Menschen in dieser Situation zu Eßstörungen neigen. In einem Beitrag im British Dental Journal schreibt ein Wissenschaftler-Team, dass bis zu 84 Prozent der Sportler an einem College mindestens einmal eine Eßstörung hatten oder verschiedene Maßnahmen zur Gewichtsreduktion versuchten. Dass auch Mundgesundheitsbelastungen Folgen von Eßstörungen sein können und der Fitness dabei im Weg stehen, ist vielen Sportlern gar nicht bewusst: Mit Karies und eventuellem Zahnschmerz ist man ebenso eingeschränkt aktiv wie mit geschwächtem Immunsystem aufgrund einer bakteriellen Zahnfleisch-Infektion. Eine Zahnärzteteam aus San Francisco suchte daher nach Möglichkeiten, Spitzensportler mit Eßstörungen bei der Gesunderhaltung ihrer Zähne und Kiefer zu unterstützen. Dabei gehe es vor allem darum, solche Verhaltensweisen zuerst einmal als schwere Erkrankung zu erkennen und zu benennen. Da beispielsweise herbeigeführtes Erbrechen von Nahrung zu Säureschäden an den Zähnen führt und in der Folge zu Karies, werden Zahnarztpraxen aufgesucht: Dies ermöglicht den ersten Schritt, die betroffenen Sportlerinnen und Sportler außerhalb der Sport- und Trainer-Szene auf die Erkrankung anzusprechen – ohne dass sie Angst haben müssen, aus dem Kader genommen zu werden. Mit Empathie und vermittelter Sorge um die Gesundheit sollen, so die Autorinnen des Fachartikels, die Eßgestörten „aufgefangen“ und nach Akutbehandlung in einen regelmäßigen Recall eingebunden werden. Bei aufgebautem Vertrauen können auch weitere Fachdisziplinen in die Begleitung der Sportlerinnen und Sportler einbezogen werden. Erfahrungen mit dem Konzept zeigten, dass damit der wichtige erste Schritt raus aus dem ungesunden Ablauf erfolgreich gemeistert werden kann.
Vitamin D: Relevant bei Implantationen?
Es gibt unter den Zahnärzten manche, die nennen das Vitamin D auch „D wie Dental“: Grund dafür ist die Rolle dieses Vitamins für Gesundheit und Stabilität der Knochen, in diesem Fall der Kieferknochen. Dieser wiederum ist die Grundlage für eine gesunde Zahn-Stabilität. Zudem unterstützt dieses Vitamin die Muskeltätigkeit und die Aufgaben des Immunsystems. Natürlicherweise wird Vitamin D durch Sonnenlichtkontakt mit der Haut produziert. Hierzulande ist dieser Sonnenkontakt allerdings eher rar, jedenfalls zu rar für ausreichend natürliches Vit. D im Körper: Nach aktuellen Studien haben 15 Prozent der Deutschen einen regelrechten Mangel an diesem „Knochen-Vitamin“. Die Zahlen sind noch deutlicher, wenn man auf spezielle Altersklassen blickt: Wie die Helmholtz-Gemeinschaft vor zehn Jahren nach Auswertung einer groß angelegten Bevölkerungsstudie veröffentlichte, haben über 50 Prozent der Menschen über 65 Jahre zu wenig Vitamin D im Blut. Das ist eine Altersgruppe, die sehr häufig unter den Zahn-Implantat-Patienten zu finden ist. Die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) hat kürzlich gemeinsam mit der zahnärztlichen wissenschaftlichen Dachgesellschaft DGZMK eine neue Leitlinie zum Thema Vitamin D im Zusammenhang mit Dentalimplantaten veröffentlicht. Darin heißt es, dass potentielle Implantat-Patienten bei der Behandlungsplanung auch hinsichtlich ihres Vit.-D-Status individuell untersucht werden sollen – aber nur dann, wenn es einen Anhaltspunkt für einen Mangel gibt. Nicht jeder ältere Patient hat ein entsprechendes Defizit, ein routinemäßiges Screening ist daher nicht sachorientiert. Gut Auskunft über den Vitamin-Status gibt beispielsweise der Anamnese-Bogen, der auch Antworten zu Allgemeinerkrankungen enthält, die wiederum dem Behandlungsteam ein Signal geben, ob ein Vitaminmangel vorliegen könnte. Insbesondere bei Hochbetagten sieht die DGI deutlichen Bedarf nach Abklärung des Vitamin-D-Spiegels. Ein ausreichendes Vorhandensein ist günstig für eine erfolgreiche Implantation und Einheilung. Bei der Abklärung vor der Behandlung, ob der Patient über ausreichend Vitamin D im Blut verfügt, ist bei Bedarf auch die hausärztliche Praxis hinzuzuziehen. Die Fachgesellschaft sieht den Hype, dass sich viele Menschen selbst eine Nahrungsmittelergänzung mit Vit. D „verordnen“, als kritisch an und rät zu individueller Untersuchung und gegebenenfalls ärztlich abgestimmter Substitution.
Implantate: Was tun bei Knochen-Stoffwechselstörung?
Es sind seltene Erkrankungen, das Multiple Myelom, auch bestimmte Osteoporosen, auch in den Knochen entwickelte Krebs-Metastasen – aber alle verbindet, dass sie erheblich in die Lebensqualität und nicht selten auch die Lebensdauer eingreifen und schwer zu behandeln sind. Was sie ebenfalls verbindet: Im Verlauf des Krankheitsgeschehens kommt es oft zu Knochen-Schäden und zu Auflösungserscheinungen des Hartgewebes. Um diesen Prozess zu stoppen, gibt es entsprechende Medikamente (bekannt sind beispielsweise: Bisphosphonate). Ihre Aufgabe: Die Zellen, die für den Knochenabbau verantwortlich sind, in ihrer Aktivität zu „bremsen“. Damit wird einerseits die Zerstörung des Knochengewebes reduziert, andererseits erheblich in den Knochenstoffwechsel eingegriffen. Manchmal reagiert er darauf mit dem Absterben von Knochengewebe („Nekrose“), zumal dann, wenn Stress im Mund herrscht – beispielsweise durch Gewebebelastungen bei drückendem Zahnersatz, durch Entzündungen im Zahnbett („Parodontitis“) oder eine Zahn-Extraktion mit großer Wunde. Die genannten Erkrankungen und Prozesse können sich über viele Lebensjahre hinziehen und die Lebensqualität erheblich beeinflussen – nicht zuletzt auch durch gestörte gesunde Ernährung aufgrund der Kauprobleme. Obwohl es auf den ersten Blick widersinnig erscheint, in eine solche Knochensituation ein Zahn-Implanat zu setzen, kann dies bei genauerer Betrachtung entlastend sein. Probleme wie eine drückende Prothese entfallen als „Trigger“ zu weiteren Knochenstörungen. Zudem können die Patienten wieder leichter essen und diesen Teil ihres Alltags genießen. Zum Thema Knochenstoffwechselstörung und Implantate hat jetzt federführend die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) mit weiteren 18 Fachgesellschaften und Organisationen eine entsprechende Leitlinie überarbeitet, die einerseits deutlich macht, dass Zahnimplantate zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei den betroffenen Patienten führen können, dass vor chirurgischen Eingriffen eventuell vorhandene Entzündungen im Mund ausheilen sollen und insgesamt der Einzelfall zu beachten ist, ob implantiert wird oder nicht. Für die wenigen, aber stark betroffenen Patienten bietet die neue Leitlinie ein Fenster für bessere Versorgung und Chancen auf mehr Lebensqualität.
Wurzelkaries: eine Herausforderung
Einerseits ist es ein großer Erfolg der Zahnmedizin für Gesundheit, Wohlbefinden und Teilhabe der älteren Generation: Immer mehr ältere und alte Menschen haben noch mehrere eigene natürliche Zähne im Mund und sind nicht auf umfangreiche Prothetik mit möglichen Adaptionsproblemen angewiesen. Andererseits können diese verbliebenen Zähne im Alter leichter an Wurzelkaries erkranken als in jüngeren Lebensjahren, weil das Gewebe um den Zahn sich mit den Jahren zurückbildet und ein Teil der weicheren Zahnwurzel ungeschützt in den Mundraum ragt. Dadurch ist die empfindliche Zahnwurzel, ohne eine starke Oberfläche wie Zahnschmelz zu haben, Säuren und bakteriellen Belägen vergleichsweise schutzlos ausgesetzt. Die Folge: Karies kann sich hier leichter ausbreiten als an den natürlichen, schmelz-geschützten Zahnkronen. Aktuelle Daten der beiden zurückliegenden Deutschen Mundgesundheitsstudien V und VI zeigen, dass sich der Anteil der Menschen mit Wurzelkaries in den etwa 10 Jahren zwischen der Veröffentlichung dieser Studien insbesondere in der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre mit fast 60 % fast verdoppelt hat im Vergleich zu den Studienergebnissen im Jahr 2016. Wissenschaftler unterscheiden zwischen aktiver und inaktiver Wurzelkaries: Die inaktive ist meist bräunlich und dunkel bei normalharter Oberfläche der Zahnwurzel, das wird als Zeichen gesehen, dass die Wurzelkaries gestoppt oder stark verlangsam ist. Als aktiv bezeichnet werden kariöse Stellen, die weich wirken und eher hell gefärbt sind, oft zeigen sie teigige Plaque und damit Anzeichen, dass die Zerstörung des Zahngewebes weiter geht. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, mittlerweile wird vor allem zahnerhaltend therapiert. Dabei werden Fluoride aufgetragen, die die Kariesentwicklung bremsen, und je nach Fall wird das Verfahren durch weitere Maßnahmen wie antibakteriell wirkende Tinkturen ergänzt^.
Mundsoor: auch Erwachsene betroffen
Meist wird im beim Thema Mundsoor auf betroffene Kinder verwiesen: Mundsoor, auch orale Candidose genannt, ist eine Pilzerkrankung der Mundschleimhaut. Die schmerzhafte Infektion führt zu weißen Belägen, die abwischbar sind. Dies allerdings beseitigt nicht die Entzündung selbst, und sie geht auch nicht von allein ohne Behandlung weg, auch wenn das manchmal behauptet wird. An Mundsoor erkranken können nicht nur Kinder, sondern Menschen allen Alters, darauf wies kürzlich ein Fachartikel in einer zahnärztlichen Zeitschrift hin. Ursache ist oft ein geschwächtes Immunsystem, beispielweise durch spezielle Medikamente. Auch eine Veränderung der Zusammensetzung der Keime im „Biofilm“ des Mundes kann die orale Candidose auslösen, wenn das Gleichgewicht der verschiedenen Mikroben aus dem Lot geraten ist. Behandelt wird der Mundsoor – meist nach einem Labortest eines Abstrichs – mit Anti-Pilz-Medikamenten, die je nach Produkt zum Lutschen vorgesehen sind. Unterstützen kann die Behandlung eine zeitweilig geänderte Ernährung, die insbesondere auf Zucker verzichtet und auch auf Hefe. Naturmediziner empfehlen Spülungen mit warmem Salzwasser. Sollte die Behandlung nicht plangemäß anschlagen, ist auch darüber nachzudenken, so die Empfehlung im Fachartikel, den Darm in die Behandlung mit einzubeziehen. Vorbeugend ist nicht nur eine sorgfältige Mundhygiene angeraten, sondern auch eine regelmäßige Zungenreinigung, um das Anlagern schädlicher Keimmischungen zu reduzieren. Träger von Zahnersatz sollten diesen regelmäßig gut säubern, möglichst nach jeder Nahrungsaufnahme, da nicht gut sitzende oder schlecht gereinigte Prothesen ein Startpunkt sein können für die Entstehung einer oralen Candidose.










