Wenn es um die Vermeidung oder Behandlung einer Parodontitis geht, denkt man üblicherweise an sehr sorgfältige Mundhygiene, professionelle Zahnreinigung, notfalls chirurgische Eingriffe und Antiinfektions-Medikamente. Dass man auch hinter dem Tellerrand der Erfahrungen noch wirksame Möglichkeiten findet, bewies jetzt ein Team von US-Wissenschaftlern: Sie entdeckten den schützen Aspekte von Antidepressiva. Man hätte vermuten wollen, dass jemand, der unter behandlungsbedürftiger Depression leidet, eher mit mehr Mundgesundheitsschäden zu kämpfen hat – zumal Antidepressiva bekannt dafür sind, dass sie zu Mundtrockenheit führen, die wiederum ein hohes Kariesrisiko darstellt. Nun aber muss man die Arzneigruppe offenbar neu betrachten: Fast 10.000 erwachsene Teilnehmer an einer Studie, die von einem renommierten Fachjournal angenommen wurde, sind schon ein starkes Gewicht für die Relevanz der Ergebnisse der Forschungsarbeit. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Patienten, die Antidepressiva nehmen, ein geringeres Risiko haben, eine Zahnbettentzündung zu bekommen, und wenn, dann eine leichtere Form. In schweren Depressions-Fällen zeigte sich sogar ein sehr deutlicher Schutz vor Parodontitis-Entstehung. Dass Zahnfleischerkrankungen und Depressionen in Wechselwirkung zueinander stehen, war schon länger bekannt, welche Rolle dabei Antidepressiva spielen, sei nun genauer in den Blick genommen worden. Spannend wird die weitere Suche nach den Gründen, um vielleicht eine vergleichbare Wirkung zu erzielen, ohne dabei auf antidepressiv wirkende Medikamente zurückgreifen zu müssen.
- 10. Februar 2026
