Webseiten-Inhalt
Bild: iStock/IrynaBauer

Penicillin-Allergie? Pass klärt auf

Nicht zuletzt aufgrund anhaltender Diskussionen in öffentlichen Medien meinen viele Menschen, sie reagierten allergisch auf Penicillin. Entsprechend favorisieren sie eine alternative Antibiotika-Behandlung. Grund für ihre Annahme sind meistens eine juckende Haut oder auch leichtere Magen-Darm-Beschwerden. Dies seien allerdings erstens harmlose und zweitens auch schnell wieder verschwindende Nebenwirkungen, berichtete kürzlich das Penicillin Allergie Netzwerk Deutschland – und keineswegs Anzeichen für eine Allergie, eher für eine leichte Unverträglichkeit. Mehr als jeder sechste Patient, der in eine Klinik eingeliefert werde, meine, an einer Penicillin-Allergie zu leiden. Das führe dazu, da Zeit für Allergietests in akuten Situationen fehle, dass bei akutem Bedarf auf eine hoch und schnell wirksame Penicillin-Gabe verzichtet werde zugunsten alternativer Produkte: Diese wirken meist eher unspezifisch, sie können die Resistenzbildung gegen Antibiotika begünstigen und mehr Nebenwirkungen haben. In der zahnärztlichen Behandlung geht es bei Alternativen zu Penicillin vor allem um „Clindamycin“, das hinsichtlich der Resistenzentwicklung weit vorn liegt. Um Sicherheit für alle Seiten zu erreichen, empfiehlt das Netzwerk einen „Pass“, in dem die Nicht-Bestätigung einer Penicillin-Allergie notiert ist. Dies sei auch insofern hilfreich, da in vielfältigen Daten zum Patienten von Arztbriefen bis zu Notizen in den Patientenakten oft unterschiedliche Angaben vorliegen. Die wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften unterstützen den Penicillin-Pass als Weg zu einer besseren und verlässlichen Antibiotikabehandlung.

DIE NEUESTEN ARTIKEL

Einkaufswagen