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Bild: iStock/gorodenkoff

Zahnbehandlung: Neandertaler im Blick

Vor vielen Jahrtausenden lebten im heutigen Europa und Asien die sogenannten Neandertaler, die zunehmend in den Blick der Wissenschaft geraten, weil man immer mehr Nachweise dafür findet, wie entwickelt sie waren und welche Techniken sie anwandten. Aktuell geht es dabei um eine offensichtliche Kariesbehandlung vor fast 60.000 Jahren. Höhlenforscher fanden in Sibirien einen Backenzahn, der offenbar gezielt bearbeitet wurde. Während anderes Gesundheitsverhalten wie Krankenpflege oder Nutzung von Kräutern auch instinktives Verhalten sein könnte, ist der aktuelle Fund ein klarer Hinweis darauf, dass hier gezielt vorgegangen wurde. Während man beim ersten Zahn-Fund noch rätselte, ob das tatsächlich eine bewusste Behandlung war, fand sich bald darauf ein zweiter vergleichbar behandelter Zahn bei einem anderen Neandertaler aus der gleichen Höhle. Die im Labor des Universitätsinstitutes erfassten Spuren an diesen Zähnen, die eindeutig für Zahnstocher-Nutzung sowie die Nutzung eines Steinbohrers sprachen, lassen die Vermutung zu, dass eine Art Wurzelbehandlung erfolgte: Möglicherweise hatte der „Patient“ Zahnschmerzen und eine Entzündung im Zahn, die durch Öffnen, möglicherweise Reinigung und Kontakt mit der Luft behandelt wurde. Faszinierend fanden die Wissenschaftler, dass der Zusammenhang von Schmerz und Zahn erfasst worden ist und intuitiv das richtige Vorgehen angewandt wurde. Ob es auch eine Zahnfüllung nach der Zahnöffnung gab, soll jetzt überprüft werden.

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