Ausgangspunkt einer aktuellen Studie einer US-Forschergruppe an über 88.000 Patientenfällen ist der Umstand, dass Patientinnen und Patienten in den USA für zahn/ärztliche Behandlungen meist selbst aufkommen müssen. Deutlich weniger als ein Drittel der Bevölkerung hat beispielsweise eine Krankenversicherung für Zahnbehandlungen. Die Frage war: Was bedeutet das für die Gesundheit insgesamt? Ergebnis: Wer als älterer Mensch notwendige zahnmedizinische Behandlungen nicht wahrnimmt, weil er sie nicht bezahlen kann, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall, für Demenz oder Herzinsuffizienz. Ein nicht unbedeutender Anteil dieser teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen könnte in den USA, dem Studien-Fokus, verhindert werden, wenn die finanzielle Belastung den Betroffenen den Zugang zur Versorgung nicht versperren würde. Zwar sind auch gesellschaftliche Umstände und persönliche Verhaltensweisen bei den Patientenfällen berücksichtigt, dennoch hat sich der Faktor „nicht erfolgte notwendige Zahnbehandlung“ als gewichtiges Thema herausgestellt. Es sei bei der Analyse der Daten aufgefallen, dass manche Patienten sich eher einen Zahn ziehen ließen, was erstattet wird, als eine zahn- und gesundheitserhaltende Behandlung als Selbstzahler zu beginnen. Dabei zeige eine große Menge an gut belegten Studien, dass mit jedem verloren gegangenen Zahn im höheren Alter das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen steigt. Selbst in den USA hat man dies bereits verstanden: In einzelnen Bundesländern ist das Angebot der zahnärztlichen Versorgung mittlerweile erweitert worden. Die Menschen dort haben mehr zahnärztliche Behandlungen erhalten – und das Risiko, eine der genannten bedrohlichen Erkrankungen zu erleiden, konnte deutlich gesenkt werden.
- 19. Mai 2026
