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Bild: iStock/Motortion

Zähne: stille Botschafter von Eßstörungen

Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) leidet fast jede fünfte junge Frau und jeder 50. junge Mann an einer der vielfältigen Formen einer Eßstörung. Das Robert-Koch-Institut präzisiert die Daten bei den Mädchen. Demnach ist rund ein Drittel aller jungen Fragen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren von einer Essstörung betroffen. Unabhängig von solchen statistischen Daten ist eine Eßstörung für jeden einzelnen Menschen, zumal in der Wachstumsphase, eine psychisch und körperlich erhebliche Belastung. Was vor der Familie und dem Freundeskreis nicht selten gut verborgen wird, sieht das zahnärztliche Behandlungsteam bei Kontrolluntersuchungen. Bei manchen ist der Zahnschmelz geschwächt, die Zähne neigen zum Abbrechen, der Mund ist trocken, die Schleimhaut überempfindlich – klassische Signale einer Magersucht.
Zudem heilen Verletzungen nur langsam, weil das Immunsystem geschwächt ist. Wie der Mundgesundheits-Informationsdienst proDente weiter berichtet, finden sich bei Bulimie die gravierendsten Zahnschäden, und zwar typischerweise an den Zahninnenseiten im Oberkiefer. Hier löst aggressive Magensäure als Folge von hervorgerufenem Erbrechen den Zahnschmelz auf, außerdem führt die Magensäure zu Verletzungen am Zahnfleisch und an den Schleimhäuten. Essstörungen können lebensgefährlich werden: 2024 starben in Deutschland 74 Menschen daran, vor allem an Magersucht. In den Zahnarztpraxen sind die Herausforderungen, auch die psychischen Belastungen bekannt, entsprechend wird eine Therapie nahegelegt. Für manche Patienten sind die realen Schäden in ihrem Mund so erschreckend, dass sie erstmals für psychotherapeutische Intervention bereit sind.

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