Webseiten-Inhalt
Bild: iStock/Marina Demeshko

Neuer Gedanke: Gingivagewebe „füllen“

Bei entzündetem Zahnfleisch (Gingivitis) wird das Weichgewebe um den Zahn „poröser“, weil die Infektion die stützende Zellstruktur im Zahnfleisches zerstört. Ist der Prozess erst einmal gestartet, ist er kaum zu stoppen: Die Entzündung kann durch weiches Gewebe leichter wandern als durch festes und straffes. An diesem Punkt setzt eine Arbeit US-amerikanischer Wissenschaftler an: Was wäre also, wenn man das weiche, in seiner Haltestruktur zerstörte Gewebe wieder festigt? Zuerst testeten sie ein Wackelpudding-artiges Gel, das sich in den Mix aus restlichen festen Zellen und schon aufgeweichten Zellen gut einarbeiten ließ. Das Gel verstärkte die Lockerung der Zellstruktur – und die Infektion schritt voran. Das zeigte: Der Gewebezustand ist relevant für das Voranschreiten der Infektion. Wenn dem so ist, dachten die Wissenschaftler, müsste der umgekehrte Weg, das Gewebe fester zu machen, die Entzündungsspirale eigentlich stoppen. In Gewebeproben wurde Enzyme eingearbeitet, die für mehr Steifigkeit sorgten. Sie wurden mit krankmachenden Bakterien zusammengebracht – und in der Tat konnte sich das festere Gewebe besser gegen die bakteriellen Angriffe verteidigen. In weiteren Versuchen und Entwicklungen wird an einem Füllstoff gearbeitet, der die Therapie der Parodontitis verbessern und die Heilung des entzündeten Bereiches fördern könnte.

DIE NEUESTEN ARTIKEL

Einkaufswagen