Auf die Zeit, wenn Antibiotika nicht mehr gegen alle Infektionen wirken, will die Medizin weltweit gut vorbereitet sein – daher laufen an wissenschaftlichen Hochschul-Instituten, aber auch in anderen Forschungszentren viele Studien zu möglichen Alternativen. Dabei stehen vor allem Pflanzenwirkstoffe im Zentrum – aber immer öfter auch Keime. Die Europäische Union hat jüngst der Universität Frankfurt und vielen weiteren angeschlossenen Instituten rund 15 Millionen Euro Fördergelder zugesagt für wissenschaftliches Arbeiten zu genau solchen Studien: Was können Keime als Waffe gegen Infektionen ausrichten? Bei Infektionen sind meist Bakterien die Auslöser – insofern müssen es also Keime sein, die Bakterien bekämpfen können. Hier haben bereits in der Vergangenheit bestimmte Viren beeindruckende Leistungen gezeigt: die sogenannten Phagen. Der besondere Reiz: Phagen selektieren. Sie greifen nicht das gesamte bakterielle natürliche Biotop an, sondern gezielt nur eine jeweils bestimmte Spezies. Das Frankfurter Wissenschaftler-Team experimentiert mit Phagen zur Behandlung von Harnwegsinfektionen – solche Entzündungen können unter Umständen zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führen. Als „Arbeitsfeld“ gilt der Darm mit seiner großen Vielfalt an unterschiedlichen Keimen. Dabei nutzen die Forscher eine Art „Gen-Schere“, um gezielt bestimmte Gruppen von Koli-Bakterien („Escherichia coli“) einzudämmen. Danach wird die lebenswichtige Darmflora wieder in ein gesundes Gleichgewicht gebracht, um sie widerstandsfähiger gegen bakterielle Überlastungen zu machen und als Infektionsschutz zu stärken.
- 17. September 2026
